Amerika, Bolivien

Salar de Uyuni Tour Bolivien – Flamingos, Lagunen und der größte Spiegel der Welt

15. Februar 2017
Salar de Uyuni Tour Salar de Uyuni

Ich kann es gleich vorwegnehmen: Die Salar de Uyuni Tour in Bolivien war eines der absoluten Highlights meiner Südamerika Reise. Denn nicht nur das Endziel dieses Trips, die größte Salzwüste der Welt, hat mich unglaublich beeindruckt. Auch all die Stopps dazwischen, die mir in kurzer Zeit die Vielfalt Boliviens gezeigt haben, werden mir immer in Erinnerung bleiben.

Die Salar de Uyuni Tour kannst du in San Pedro de Atacama in Chile starten und in Uyuni in drei Tagen oder wieder am Ausgangspunkt San Pedro in vier Tagen beenden. Auch umgekehrt werden die Touren angeboten. Die Auswahl an Tourenanbietern ist groß, sodass mir die Entscheidung nicht leicht fiel.

Salar de Uyuni Tour Hidden Lake

Am Ende habe ich sehr gute Erfahrungen mit Worldwhitetravel gemacht: ein kompetenter englischer Guide, für den du 15.000 Pesos (22 Euro) Aufschlag zahlen musst, Jeeps in sehr gutem Zustand, saubere Unterkünfte und superleckeres Essen. Die 4-Tages-Tour hat mich 245.000 Pesos (350 Euro) plus knapp 300 Bolivianos (40 Euro) für den Eintritt in den Nationalpark gekostet. Ich habe diese Tour drei Tage vorher in San Pedro in der Atacamawüste in Chile gebucht und noch gut Platz gefunden. Mehr bezahlst du, wenn du zuvor online oder per Mail buchst.

Die Touren werden das ganze Jahr über angeboten, auch in der Regenzeit. Ich war im Januar dort, der in die Regenzeit fällt, obwohl mir von einigen Leuten abgeraten wurde. Ich habe es jedoch nie bereut. Warum die Tour aber aufgrund des Regens zum Abenteuer werden kann, erfährst du im Folgenden.

Tag 1 der Salar de Uyuni Tour in Bolivien

Morgens um 7.30 Uhr werden die anderen Gruppenmitglieder und ich mit einem kleinen Bus von unseren Hotels abgeholt, um die erste Etappe zur bolivianischen Grenze anzutreten. Nach circa 45 Minuten ist jedoch erst mal Schlange stehen an der chilenischen Grenze angesagt. Nachdem wir unseren Stempel bekommen haben, fahren wir weitere 45 Minuten, um uns nun in die Schlange an der bolivianischen Grenze – aka ein kleines Haus – einzureihen.

Salar de Uyuni Tour bolivianische Grenze

Nach einem schnellen zweiten Frühstück dort, werden wir in Gruppen eingeteilt und unsere Rucksäcke auf das Dach der uns zugeteilten Jeeps gepackt. Wasser und Toilettenpapier für diese Tage musst du übrigens selbst mitbringen. Zusammen mit vier Schweizern und einem Deutschen bilden wir die einzige Gruppe mit einem englisch sprachigen Guide. Los geht’s ins Abenteuer Bolivien!

Von 2.500 auf knapp 5.000 Meter zu bunten Lagunen

Bevor es zum ersten Stopp geht, müssen noch einmal Papiere ausgefüllt und der Eintritt für den Nationalpark gezahlt werden. Und dann ist es endlich soweit! Schon von weitem sieht die Laguna Blanca fantastisch aus mit ihrem türkisen Wasser und den Flamingos, die wir aus der Ferne als rosafarbene Punkte wahrnehmen. In diesem Fall sind es die Anden Flamingos, die so friedlich im Wasser nach Mikroorganismen suchen.

Salar de Uyuni Tour Laguna Blanca

Salar de Uyuni Tour Laguna Verde Flamingos

Salar de Uyuni Tour Laguna Blanca

An diesem Punkt befinden wir uns schon auf 4.400 Höhenmetern, im Vergleich zu 2.500 Metern in San Pedro, und ich verspüre schon einen ordentlichen Druck im Kopf. Trinken, viel Trinken, heißt es, und ich versuche den Rat zu befolgen.

Nach dieser ersten Strecke ist an unserem Auto schon der erste Reifenwechsel nötig. Straßen gibt es hier nämlich nicht. Es geht über holprige Schotterpisten und teilweise querfeldein. Ein Glück, dass wir einen Ersatzreifen dabei haben!

Nach einer kurzen Fahrt steht schon die nächste Lagune auf dem Plan. Auch sie wird teilweise von Bergen begrenzt, und ihr Wasser schimmert so unnatürlich hellblau, dass es schon fast giftig erscheint. Ursächlich für die unterschiedlichen, bunten Farben sind verschiedene Mineralien. Unser Guide erklärt uns zudem, dass die Farbe nur bei Wind wirklich zur Geltung kommt. Ein Glück, dass zu diesem Zeitpunkt eine ordentliche Brise weht und das Wasser aufwirbelt!

Salar de Uyuni Tour Laguna Verde

Schon im Vorfeld wurde uns gesagt, dass wir unsere Bikinis brauchen werden, für einen Hot Pot, eine natürliche heiße Quelle. Als wir dort ankommen, ist mir jedoch sofort klar, dass ich hier nicht rein muss: ein Mini-Pool, in dem sich viel zu viele Leute tummeln! Dafür ist die Aussicht von hier herrlich.

Nachdem der Ersatzreifen geflickt ist, machen wir uns auf zum höchsten Punkt unserer Tour. Wir befinden uns nun auf fast 5.000 Metern, wo ein Geysir und mehrere gefährlich blubbernde Schlammlöcher auf uns warten. Der Wind pfeift uns um die Ohren und macht es kaum möglich, die Tür zu öffnen. Als wir es endlich schaffen, steigen uns eklige Schwefeldämpfe in die Nase. Mein Kopf fühlt sich mittlerweile an, als ob er gleich platzt.

Salar de Uyuni Tour Geysir

Auf dem Weg zum nächsten Stopp begegnen uns nun auch die ersten Lamas, in diesem Fall Vikunjas, eine Unterart. Ist dieses Kleine nicht unglaublich süß, mit seinem flauschigen Baby-Fell? Weiter geht’s zum Salvador Dali Desert. Ihren Namen hat die Wüste aufgrund ihrer surrealen, in vielen Regenbogenfarben schimmernden Berge erhalten.

Salar de Uyuni Tour Vikunjas

Salar de Uyuni Tour Salvador Dali Desert

Nach einer weiteren Stunde Fahrt kommen wir endlich im Hostel an, mitten im Nirgendwo. Es gibt ein spätes Mittagessen mit frischem Gemüse, Käse, Würstchen und Kartoffelbrei, doch mir ist so gar nicht nach essen. Übelkeit, unerträgliche Kopfschmerzen, Herzrasen und Fieber drängen mich auf 4.350 Metern Höhe ins Bett. Nach der Einnahme einer Grippostad C Tablette geht es schon etwas besser, und ich kann den anschließenden Ausflug zur Laguna Colorada doch noch mitmachen. Die Landschaft hier ist einfach gigantisch, und ich möchte keine Sekunde verpassen! Unglaublich schön, oder?

Salar de Uyuni Tour Laguna Colorada

Salar de Uyuni Tour Unterkunft

Nach der Rückkehr ins Hostel trinke ich den typischen Koka-Tee, der den Sauerstofftransport verbessern soll und bei Höhenkrankheit gern getrunken wird. Nach ein bisschen Suppe und ein paar Gabeln Spaghetti ziehe ich mich zurück in mein Zimmer, das ich heute mit vier anderen teile.

Tag 2 der Salar de Uyuni Tour in Bolivien

Als ich am nächsten Morgen aufwache, fühle ich mich deutlich besser und schäle mich sogar schon zum Sonnenaufgang aus dem Bett. Nur noch ein bisschen Herzrasen. Ich habe gut geschlafen, im Vergleich zu dem anderen Deutschen, der sich abends und nachts fünf Mal übergeben hat. Die Höhe ist wirklich nicht ohne, sag ich dir!

Nach dem Frühstück mit leckerem Rührei packen wir unsere Sachen und legen noch einmal einen Stopp auf der anderen Seite der Laguna Colorada ein. Hier ist das Wasser heute so still und glatt, dass sich die Flamingos und Berge herrlich darin spiegeln. Es scheint fast, als würden sie für uns tanzen.

Salar de Uyuni Tour Laguna Colorada Flamingos

The Lost City, Lamas & eine notgedrungene Planänderung

Im Anschluss fahren wir wieder in und über die Berge. Die Landschaft verändert sich, wir kommen an einer Salzwüste vorbei, in der Borax (für Dünger und Keramik) abgebaut wird und erreichen später ein grünes Tal, das sich eine Herde zotteliger Lamas als Futterstelle ausgesucht hat. Neugierig beobachten sie, wie wir Fotos von ihnen machen. Nach einem kurzen Abstecher zum Hidden Lake, mit seinen wunderbaren Spiegelungen, verspeisen wir hier unter Lamas unser Mittagessen.

Salar de Uyuni Tour Hidden Lake

Beim nächsten Stopp heißt es dann mal wieder aktiv werden und einen Felsen hochklettern – in der Lost City, einer riesigen Felsenansammlung. Nicht ungefährlich, denn hier werden wir nicht gesichert und bewegen uns gefährlich nahe am Abgrund. 50 Meter klettern wir hinauf, bis wir den höchsten Punkt erreichen und eine gigantische Aussicht auf knapp 4.000 Meter über dem Meeresspiegel. Hier sind die Wolken fast zum Greifen nah. Mein Highlight an diesem wunderbaren zweiten Tag!

Salar de Uyuni Tour Lost City

Salar de Uyuni Tour Lost City

Nachdem wir noch einen kurzen Stopp am Kamelfelsen eingelegt haben, ziehen Quinoa Felder an meinem Fenster vorbei, während Vikunja Herden friedlich grasen. Unser letzter Stopp für diesen Tag ist der Anaconda Canyon, der so benannt ist, weil sich unten ein Fluss durch das Tal schlängelt. Ein falscher Schritt und du fällst wie ein Stein Hunderte von Metern in die Tiefe!

Salar de Uyuni Tour Anaconda Canyon

Wir nehmen Kurs auf unsere Unterkunft für diese Nacht. Leider nicht wie geplant im Salzhostel, da es zu viel geregnet hat in den Tagen zuvor, sodass wir es nicht bis dorthin geschafft hätten.

Es wird immer dunkler, und kurz nach unserer Ankunft beginnt es zu regnen. In dieser Nacht teile ich mir nur mit einem Amerikaner das Zimmer, und wir können sogar in unserem privaten Bad warm duschen. Ein göttliches Gefühl!

Der einzige Grund zur Sorge ist der anhaltende, heftige Regen. Hoffentlich kommen wir morgen überhaupt hier weg und zum Hauptziel unserer Reise: Uyuni, der größten Salzwüste der Welt!

Tag 3 – Rallye Dakar & ein unendlicher Spiegel aus Wasser

Der Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen verheißt Gutes: strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Auf geht’s! Wir sind noch nicht lange unterwegs, da werden wir von der Polizei angehalten. Es heißt, der Weg nach Uyuni sei wegen der Regenfälle gesperrt. Ich blicke in lange, geschockte Gesichter. Wirklich? Nach ein bisschen Smalltalk dürfen wir jedoch weiterfahren, im Gegensatz zu den Trucks und Bussen, bis wir wenig später wieder stehen und zwar am Startpunkt der Rallye Dakar, die gerade in Bolivien stattfindet.

Aus dem linken Augenwinkel sehe ich, wie der erste Truck angeschossen kommt und sich durch die matschige Piste an uns vorbeikämpft. Nach einer Stunde dürfen wir passieren. Unser erster Stopp an diesem Tag: der Zugfriedhof von Uyuni, der um diese Uhrzeit voller Menschen ist. Zum einen wegen der Rallye Dakar und zum anderen, weil um diese Uhrzeit die Touren von Uyuni zur Salzwüste starten. Dennoch ist es aber ein cooler, außergewöhnlicher Ort.

Salar de Uyuni Tour Zugfriedhof

Salar de Uyuni Tour Zugfriedhof

Endlich nehmen wir nun Kurs auf die Salzwüste, die mit 12.000 qkm auf 3.650 Meter die größte und höchste der Welt ist. 11 Schichten bilden den Boden, der bis zu 120 Meter Tiefe aus Salz besteht. Dieses wird nur am Rand abgetragen, wo der Wasserspiegel höher ist als im Inneren.

Ich ziehe meine Schuhe aus und wate langsam durch das Wasser. Dieser Ort macht mich sprachlos. Ich drehe mich einmal um die eigene Achse. Die weißen Wolken, die aufgrund der Höhe der Salzwüste zum Greifen nahe scheinen, und der blaue Himmel befinden sich sowohl unter als auch über mir. Ein gigantischer, unendlicher Spiegel und ich mittendrin auf der Achse.

Salar de Uyuni Tour Bolivien

Da es in letzter Zeit nicht so viel geregnet hat, kommen wir auch noch in den Genuss, einen Teil der Wüste trocken zu erleben und mit den Proportionen zu spielen. Wir Glücklichen! Die Salzwüste braucht übrigens circa zwei Monate, um nach heftigem Regen wieder auszutrocknen.

Salar de Uyuni Tour trocken

Salar de Uyuni Tour Salar de Uyuni

Nach einem superleckeren Mittagessen auf Hockern und an einem Tisch aus Salz fahren wir für die letzten Fotos in einen weiteren mit Wasser bedeckten Teil und anschließend zu einem kleinen Markt, auf dem ich meine letzen Bolivianos für ein bisschen Klimbim los werde. Wir verabschieden uns von dem Großteil der Gruppe, der in Uyuni bleibt, und treten mit einem neuen Fahrer die Rückfahrt nach San Pedro an.

Da er schon erste Ermüdungszeichen aufweist, behalte ich ihn genau im Blick. Seine Augen werden immer schwerer, bis er sie schließlich für länger als einen Augenschlag schließt und ich panisch an seine Schulter greife und „Hey“ rufe. Er beruhigt mich und sagt es sei alles ok, aber ich traue ihm nicht. Er fängt an Coca-Blätter zu kauen und ein anderer Deutscher, der besser spanisch spricht, wird vom Rest der Gruppe beauftragt, mit ihm Smalltalk zu machen und ihn auf diese Weise wach zu halten.

Die Musik wird aufgedreht, und so holpern wir schließlich mit „Modern Talking“ in die Dämmerung bis wir in ein vom Regen überschwemmtes Gebiet kommen und drei weitere Jeeps ratlos vor einem Fluss stehen. Nach 15-minütiger Beratung wagt sich einer davon langsam vor und schafft es. Nun sind wir an der Reihe. Vorsichtig tastet sich der Fahrer vor, bis wir vollständig von Wasser umgeben sind und die Strömung uns nach links abdriften lässt. Ich kralle mich angespannt im Sitz fest. Aber auch wir schaffen es! Ein Glück, sonst hätten wir hier in der Kälte warten oder sogar übernachten müssen. Abenteuer pur!

Nach vier Stunden erreichen wir dann aber endlich unser Hostel und bekommen noch eine wärmende Suppe und Spaghetti serviert, um nicht hungrig ins Bett gehen zu müssen. Was für ein fantastischer Tag, der nach ein bisschen Nervenkitzel doch noch gut geendet hat!

Tag 4 – Rückfahrt nach San Pedro de Atacama

Nach einer kurzen, sehr kalten Nacht sitze ich pünktlich um 5 Uhr morgens wieder im Jeep. Der Regen hat aufgehört, und es ist noch dunkel. Wir fahren durch die Nacht und in den Sonnenaufgang hinein. Kein Auto kommt uns entgegen. Die Straßen sind frei.

Das Höhenmeter klettert wieder auf über 4.000 Meter, und kurz darauf befinden wir uns bei strahlendem Sonnenschein mitten in einem Winterwonderland, fast wie bei Melanie neulich in der Antarktis oder in Lappland. Sogar Schnee liegt hier! Damit habe ich in den vier Tagen wirklich fast alle möglichen Landschaften und Jahreszeiten erlebt.

Salar de Uyuni Tour Schnee

Gegen halb 9 erreichen wir die bolivianische Grenze, an der wir uns den Ausreisestempel holen und erst mal frühstücken. Wenig später sind wir auch schon wieder zurück in San Pedro in der Atacamawüste in Chile, wo ich in der Ckamur Ethno Lodge einchecke. Gonca und Malena von Evaneos haben mir diesen Insidertipp gegeben und für mich gebucht. Ich beziehe mein traditionelles, rundes Häuschen und genieße die Wärme nach der durchfrorenen Nacht. Die Dusche, die ich mir nun gönne, hat sich selten besser angefühlt als nach dieser abenteuerlichen Tour!

Salar de Uyuni Tour Atacama Hotel

Hier kannst du die Route der Salar de Uyuni Tour Bolivien nachverfolgen.

Steht eine Salar de Uyuni Tour auf deiner Bucketlist? Wenn ja, welchen Teil der Tour möchtest du besonders gerne mit eigenen Augen sehen? Hinterlasse gerne einen Kommentar!

Fernweh Reiseblog



4 Comments

  • Reply Manuela 22. Februar 2017 at 0:30

    Hallo Nina,
    die Bilder sind einfach der Wahnsinn! Danke für die Eindrücke.
    VG Manuela

    • Reply Nina 25. Februar 2017 at 13:58

      Liebe Manuela, vielen Dank. Freut mich sehr, dass sie dir gefallen. Es gibt so viele tolle Motive dort. Ich hatte den Finger nahezu permanent am Auslöser! :)
      Planst du eine Reise nach Bolivien?
      Liebe Grüße,
      Nina

      • Reply Manuela 5. März 2017 at 17:03

        Hi Nina,
        Salar de Uyuni finde ich ziemlich faszinierend…ja da muss ich irgendwann mal hin! :-)
        LG aus der Schweiz.
        Manuela

        • Reply Nina 6. März 2017 at 16:39

          Hi Manuela,
          vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich hatte ihn gar nicht unbedingt auf meiner Liste stehen, aber war wirklich total begeistert, als ich ihn mit eigenen Augen gesehen habe. Die ganze Tour ist eigentlich ein nicht enden wollendes Highlight. Kann ich also wirklich nur empfehlen. :)
          Liebe Grüße, Nina

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