Petra in Jordanien - Von Schatzkammern und Jack Sparrow
Asien, Jordanien

Petra in Jordanien – Von Schatzkammern und Jack Sparrow

19. Juli 2015
Petra in Jordanien Insider Tipps

 

Puh… Endlich oben, endlich geschafft! Knapp 40 Grad hat es jetzt gegen mittag. Die heiße Wüstensonne brennt unerbittlich auf die staubige Erde Jordaniens und die rötlich schimmernden Felsen. Fast 2 Stunden habe ich für den extrem schweißtreibenden Aufstieg zur „Monastry“, dem Kloster in der Felsenstadt Petra gebraucht. Unzählige steile und teils sehr windige Stufen musste ich überwinden, vorbei an beeindruckenden Felsformationen und steilen Abgründen mit Aussichten, die einem fast die Tränen in die Augen treiben weil sie einfach so wunderschön sind. Unendliche Weite, Felsen und Steppe. Sonst nichts. Und himmlische Ruhe. Außer, wenn gerade eines der vielen Maultiere zum Klageschrei ansetzt. Dann wird die Stille zerrissen von den ziemlich schräg klingenden Tönen, die von allen Felswänden widerhallen und durch die ganze verlassene Felsenstadt zu hören sind. Die „Monastry“ selbst ist ein Monument ähnlich wie das berühmte Schatzhaus, das wohl am meisten fotografierte Motiv von ganz Petra.

 

Petra in Jordanien Insider Tipps

 

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Petra ist nicht nur der Siq und die Schatzkammer

Obwohl man auf Bildern meist nur genau diese zwei „Berühmtheiten“ gezeigt bekommt, ist Petra noch viel mehr als nur der weltbekannte Canyon – auch Siq genannt – und die berühmte „Treasury“. Die in ihren ganzen Ausmaßen echt riesige Felsenstadt ist ein sehr weitläufiges Areal in einer wunderschönen und ziemlich beeindruckenden Landschaft durchzogen von vielen hübschen Wanderwegen und schmalen Pfaden. Bestückt sind die Wege mit einigen sehr beeindruckenden Bauten wie mystischen Grabkammern, geheimnisvollen Heiligtümern oder weit oben auf den Bergen gelegenen heiligen Opferplätzen.

 

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Mein Lieblingsplatz in Jordanien – Das kleine Café über dem Abgrund in Petra

Auf dem Rückweg von der „Monastry“ mache ich eine kurze und hart verdiente Pause in einem ganz zauberhaften kleinen Café mit spektakulärem Ausblick über die zutiefst beeindruckende Schlucht. Direkt auf einem Felsvorsprung und mitten über dem Abgrund schmiegt es sich in die Felsen und gehört einem der vielen Jack Sparrows, die hier alle in der verlassenen Felsenstadt ihr zuhause gefunden haben. Die Zigeuner – oder auch Gypsies, wie sie die Einheimischen nennen – wohnen dort in den Bergen und verdienen sich ein paar Dinar, indem sie Dienstleistungen wie zum Beispiel Esel- oder Kamelritte an die Touristen verkaufen. Oder eben ein Café an einer umwerfenden Stelle eröffnen. Sehr viele von ihnen sehen lustigerweise genau so aus wie Jack Sparrow aus Fluch der Karibik mit ihrer braungebrannten Haut, den kajalschwarzen Augen und den langen dunklen Dreadlocks. Sogar den federnden Gang kann ich bei manchen von ihnen beobachten. Nur das Schiff fehlt ihnen zum Titel des Captain – obwohl, Kamele werden doch schließlich auch als Wüstenschiffe bezeichnet, oder?

 

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Petra by night – Ein ganz besonderes Erlebnis in Jordanien

Am Vorabend durfte ich die Felsenstadt im sanften Schein von tausenden von Kerzen erleben. Beginnend am Eingang und entlang der kompletten eineinhalb Kilometer durch den Siq brannten flackernd links und rechts des Weges die Lichter und zauberten mystische Schatten auf die engen Felsen. Dort, wo der Canyon sich ein wenig nach oben öffnet konnte ich den weiten und dunklen Sternenhimmel erspähen. Ganz am Ende des Weges – am berühmten Schatzhaus – standen dann hunderte von brennenden Kerzen, während ein Flötenspieler geheimnisvolle Klänge in die Dunkelheit zauberte, die ziemlich beeindruckend von den Felswänden ringsherum widerhallten. Dieser Abend war etwas ganz besonderes für mich und auch meine allererste Begegnung mit Petra. Das werde ich garantiert nie wieder vergessen!

 

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Nützlicher Tipp: Die Eintrittskarten für „Petra by night“ kannst Du vorher in einem der zahlreichen Tourenshops in Wadi musa – dem Ort gleich neben Petra – oder direkt im Besucherzentrum bis circa 17 Uhr für derzeit 17 JOD kaufen. Treffpunkt ist dann um 20:15 Uhr am Eingang des Besucherzentrums. Dieses ganz besondere Schauspiel findet immer nur montags, mittwochs und donnerstags statt und dauert etwa 2 bis 2,5 Stunden.

 

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Petra in Jordanien richtig erleben mit dem Zweitagespass

Dadurch, dass ich eine Eintrittskarte für zwei aufeinanderfolgende Tage hatte, konnte ich am zweiten Tag noch eine richtig beeindruckende und absolut lohnenswerte Wanderung zu einem hoch gelegenen Platz machen, den sogenannten „Al-Khubtha-Trail“. An einem Tag hätte ich das aufgrund der Hitze und der Weitläufigkeit der Felsenstadt nie und nimmer geschafft. Da dieses Ticket nur fünf Dinar mehr kostet als für einen Tag – 55 JOD statt 50 JOD – würde ich das jedem wärmstens empfehlen, der Petra ein bisschen genauer erkunden und nicht nur die typischen Sehenswürdigkeiten abklappern möchte. Dieser Trail ist mindestens genauso schweißtreibend und anstrengend wie zur „Monastry“ und führt über etwa 900 Stufen ganz auf die Berge hinauf. Belohnt wird man dann aber mit unheimlich zauberhaften Aussichten und ganz am Ende des Weges mit einem Blick von oben auf das berühmte Schatzhaus von Petra.

 

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Nützliche Tipps für Petra in Jordanien:

  • Deine Eintrittskarte kannst Du ganz einfach morgens direkt am Besucherzentrum kaufen, wobei ein Ticket für einen Tag 50 JOD kostet, für zwei Tage nur 5 JOD mehr und für 3 Tage musst Du insgesamt nur 60 JOD zahlen. Überlege also genau, ob Du diese riesige und spannende Stadt wirklich im Eiltempo während nur eines Tages durchrennen möchtest.
  • Petra ist täglich von 6:30 Uhr bis circa 17 Uhr geöffnet
  • Nimm Dir auf jeden Fall genügend zu trinken und vielleicht auch eine Kleinigkeit zu essen in einem Rucksack mit. Auf keinen Fall vergessen solltest Du Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung. Gerade im jordanischen Sommer wird es im Park wirklich kochend heiß und wenn mittags die Sonne senkrecht steht, ist nicht mal mehr im engen Siq Schatten.
  • Theoretisch kannst Du direkt beim Besucherzentrum eine professionelle Führung buchen. Ich finde aber, dass man Petra auch sehr gut auf eigene Faust erkunden kann. Klar fehlen dann ein bisschen die historischen Informationen, aber man ist auch ungebunden und viel freier! Wenn Du Petra ohne Führer erkunden möchtest, dann nimm Dir unbedingt eine Karte vom Eingang mit, denn darin sind alle Wanderwege deutlich verzeichnet.
  • Im Park selbst kannst Du gut alles zu Fuß machen. Auch wenn manche Wege weit, steil und schweißtreibend sind ist alles gut machbar. Solltest Du doch mal nicht mehr können oder nicht mehr wollen kannst Du gegen eine mehr oder weniger kleine Gebühr – das variiert je nach Verhandlungsgeschick – auf einen Esel, ein Kamel, ein Pferd oder eine Kutsche umsteigen.

Warst Du vielleicht auch schon mal in Petra oder in Jordanien? Was hat Dir dort am besten gefallen? Oder steht es ab jetzt auf Deiner Bucketlist? Ich freue mich sehr auf Deinen Kommentar! Und schau mal hier, so habe ich meinen perfekten Tag am toten Meer in Jordanien verbracht.

 

Mit dem Baustein als Entdecker zum Weltwunder von Erlebe Jordanien konnte ich Petra genau so erleben, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Vielen Dank für die Einladung! Meine Begeisterung für dieses Weltwunder sowie meine Meinung sind echt und durch die Einladung in keiner Weise beeinflusst.

 

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16 Comments

  • Reply Kirsten 19. Juli 2015 at 21:29

    Liebe Melanie, danke für den tollen Beitrag und die grandiosen Fotos. Schon seit einiger Zeit steht dieses Ziel ganz oben auf meiner Bucket-List. … und nun ist dieser Ort noch einmal weiter nach oben gerutscht. Danke auch für die tollen Tipps zum Ticket und zu den Routen.
    Liebe Grüße Kirsten

    • Reply Melanie 20. Juli 2015 at 9:11

      Hallo Kirsten,

      gerne geschehen, freut mich sehr dass er Dir gefällt! Genau da gehört Petra definitiv hin, auf jede einzelne Bucketlist! ;)

      Hast Du denn schon konkrete Reisepläne für die nächste Zeit?

      Liebe Grüße,
      Melanie

      • Reply Kirsten 22. Juli 2015 at 9:06

        Hey Melanie, ich fahre im August eine Woche nach Hiddensee und dann Mitte/Ende September für 3 Wochen mit dem VW-Bus nach Kroatien. Das werden sicher auch zwei tolle Reisen werden.

        • Reply Melanie 22. Juli 2015 at 12:41

          Liebe Kirsten,

          na das hört sich ja auch voll super an! Da wünsche ich Dir schon mal ganz viel Spaß :)

          Ganz liebe Grüße,
          Melanie

  • Reply Tanja 20. Juli 2015 at 22:00

    Hallo Melanie,

    hach, Jordanien steht schon so lange auf meiner Reiseliste. Eine meiner ersten Leseranfragen stammte von einer Leserin, die mich fragte, ob wir das zusammen bereisen. Gerne möchte ich das aber mit meinem Freund machen und er hat immer Sicherheitsbedenken. Irgendwann kann ich sie ihm bestimmt ausreden :-)

    Das mit den Wüstenschiffen ist ja interessant, woher wusstest du das denn? Ich musste erstmal nachlesen, dass man Kamele ja wirklich so bezeichnete, weil man nur mit ihnen die Wüste durchqueren konnte. Da sag mal einer, dass Reisen nicht bildet.

    Hab noch viele tolle Eindrücke!
    Tanja

    • Reply Melanie 21. Juli 2015 at 10:58

      Liebe Tanja,

      hmm… Die Sicherheitsbedenken… Aber es kann schließlich überall auf der Welt was passieren. Gerade ja auch wieder in der Türkei… Ich fühle mich hier auf jeden Fall sehr sicher und schließlich ist Jordanien mit das sicherste Land in “dieser Gegend”!

      Vielleicht schaffst Du es ja ihn doch noch zu überzeugen?

      Hehe… Das mit den Kamelen weiß ich schon lange! Aber ich habe keine Ahnung woher… :)

      Na klar, Reisen bildet ohne Ende!

      Drück Dich,
      Melanie

  • Reply Thomas 20. Juli 2015 at 22:26

    Hallo Melanie,
    Jordanien mit Petra steht auf meiner Liste und durch dich habe ich jetzt einen ersten, sehr schönen Eindruck mit vielen nützlichen Tipps erhalten. Sehr schöne Bilder, die du hier gemacht hast.
    Lg Thomas

    • Reply Melanie 21. Juli 2015 at 10:51

      Lieber Thomas,

      es freut mich sehr, dass ich Dich da noch ein bisschen inspirieren konnte! Petra ist wirklich spannend und sehr beeindruckend, also absolut einen Besuch wert!

      Ganz liebe Grüße,
      Melanie

      PS: Am Samstag geht mein Flieger nach Indien, bin echt schon sehr gespannt was ich Dir dann erzählen kann :)

  • Reply Anna Franzen 21. Juli 2015 at 19:50

    Hallo Melanie,
    das sind ja wirklich atemberaubend schöne Bilder! Bin total beeindruckt und hab jetzt wohl etwas neues für meine bucket list haha
    Kleine Frage: wie muss man denn die Preise in Euro umrechnen und wie sicher hast du dich gefühlt?
    Liebe Grüße

    • Reply Melanie 22. Juli 2015 at 7:56

      Hallo Anna,

      dankeschön! Cool, dass ich Deine Liste erweitern konnte… ;) Ja, Du musst die Preise noch in Euro umrechnen und leider Gottes ist es dann auch noch ein ganzer Schwung mehr… Jordanien ist zwar wunderschön aber nicht gerade günstig. :(

      Ich hab mich hier zu jeder Zeit sicher gefühlt und überhaupt kein Problem gehabt! Hast Du denn schon Pläne für Deine nächste Reise?

      Ganz liebe Grüße,
      Melanie

  • Reply MrsBerry 17. August 2015 at 16:37

    Wahnsinnig schön! Im September werde ich eine Woche nach Jordanien reisen und auch die Felsenstadt Petra besuchen. Ich freu mich riesig drauf und dank deines Artikels noch viel viel mehr.

    Liebe Grüße
    Christina

    • Reply Melanie 17. August 2015 at 17:56

      Liebe Christina,

      dank Dir für die netten Worte! Wow, da kannst du dich echt richtig drauf freuen, Jordanien ist soooooo toll! Machst du das tote Meer auch mit?

      Liebe Grüße aus Goa,
      Melanie

  • Reply Zauber der Wüste im Wadi Rum Jordanien globusliebe.com 25. August 2015 at 6:23

    […] von Good Morning World reiste erst kürzlich nach Jordanien und besuchte die Felsenstadt Petra. Hier gehts zu ihrem […]

  • Reply polly 1. Oktober 2015 at 20:56

    Hallo Melanie,

    Petra ist meine Leidenschaft. Ich bin Archäologin und grabe seit nunmehr 5 Jahren in Petra immer im Frühjahr, hoch oben auf dem Tafelberg Umm al Biyara. Dort haben wir eine Königsresidenz aus dem 1. Jh. n. Chr. ausgegraben aber auch wieder schnell zugedeckt, weil zu schlecht erhalten. Die “Gipsies” wie du sie genannt hast sind und nennen sich aber richtigerweise Beduinen. In diesem Fall der Clan der Bedouls. Habe viele Kontakte von befreundeten Bedouls die ich gerne vermitteln kann bei Bedarf. Ich kann nur jedem empfehlen hinzufahren und dieses wunderbare Land und die netten Menschen kennenzulernen! :)

    • Reply Melanie 2. Oktober 2015 at 15:33

      Liebe Polly,

      wow, das ist bestimmt ein total spannender Beruf! Und dann auch noch an diesem interessanten und faszinierenden Ort… :) Sag mal, ist unter dem Siq eigentlich die Erde hohl? Ich hab nämlich gehört, dass ganz viel der Felsenstadt noch unter dem im Moment sichtbaren Bereich liegt und es hörte sich auch irgendwie so an als ich mal mit dem Fuß aufgestampft habe… Oder liege ich da jetzt komplett daneben?

      Und danke für das nette Angebot mit den Kontakten! :)

      Liebe Grüße,
      Melanie

  • Reply Polly 2. Oktober 2015 at 15:46

    Nein, der Siq ist nicht hohl. Du kannst in bestimmten Arealen des Siqs die Pflastersteinen sehen..die gehören zur römischen Beflasterung aus dem 2. Jh.n. Chr. Jedoch ist der Siq viel länger im Gebrauch und schon mind. Von den Nabatäern ausgebaut worden..im Sinne von Wasserleitung etc. Es gibt somit verschiedene Kultur Niveaus die weit vor Chr. zu datieren sind.Du kannst dies gut an der Khazne beobachten und dem Areal vor ihr. Unter der Khazne sind ja viel viel ältere Gräber die man durch die Gitter oben sehen kann und ringsum im Felsen sieht man noch gerade den Giebel vob Grabeingängen die dann aber von Erde verschüttete sind. Das frühere Gehniveau lag also früher noch gute 4 Meter tiefer. Es gibt womöglich Zisternen die unter dem heutigen (bzw römischen) Gehniveau des Siqs angesiedelt sind da ja unzählige Wasserleitung oberirdisch verlaufen…die hören sich dann hohl an. :)

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