Manche Regionen geraten nie in Vergessenheit, sondern bleiben als schöne Erinnerung erhalten. Das Montafon in Vorarlberg gehört für mich definitiv dazu. Schon vor vielen Jahren war ich zum ersten Mal hier und verliebte mich in diese besondere Wechselwirkung einer imposanten Bergwelt mit Schweizer Flair und dem authentischen Charme der kleinen Dörfer. Umso schöner war es, nun wieder einmal hierher zurückzukehren und die Region bei vielseitigen Wanderungen intensiver kennenzulernen.
Was mir am Montafon so gefällt? Es sind die schroffen, beeindruckenden Berge, die der Landschaft ihren ganz eigenen Charakter geben, die kleinen Dörfer mit ihren wunderschönen, traditionellen Holzhäusern, die so idyllisch wirken und für mich perfekt in diese alpine Umgebung passen. Es sind die grünen Wiesen, alten Maisäße, glitzernden Bergseen und schließlich immer wieder diese herrlichen Ausblicke, wo man einfach innehalten muss.
Zum Montafon Wandern bietet die Region unglaublich viele Möglichkeiten – von geruhsamen Wanderungen auch für Familien bis zu anspruchsvolleren Touren durch die alpine Bergwelt. Bei meinem erneuten Besuch habe ich einige davon ausprobiert, bin mit Bergbahnen hoch hinaus gefahren, habe Murmeltiere, Gämse und sogar sechs Steinböcke entdeckt und in einem sehr gemütlichen Hotel die Nächte verbracht.
In diesem Artikel nehme ich dich mit zu meinen schönsten Erlebnissen und verrate dir, welche Exkursionen zu meinen Lieblingsorten in Österreich wurden. Auch ein wunderbares Hotel für deinen Aufenthalt im Montafon werde ich empfehlen und bin mir sicher, du bekommst am Ende Lust, diese wunderschöne Bergregion selbst einmal zu entdecken.









Montafon Wandern: Auf dem Silberpfad durch den Silbertaler Wald
Wenn du im Montafon eine leicht zu bewältigende Wanderung unternehmen möchtest, die Natur, Geschichte und Genuss miteinander verbindet, ist der Silberpfad am Kristberg eine perfekte Wahl. Die kurze Runde führt durch den friedvollen Silbertaler Wald und erzählt unterwegs von der langen Bergbaugeschichte der Region. Unterwegs erwarten dich immer wieder herrliche Ausblicke und kleine Überraschungen am Weg, die auch zum Mitmachen einladen.
Zunächst fährst du mit der Kristbergbahn von Silbertal hinauf zum Genießerberg Kristberg, wo unmittelbar an der Bergstation die Tour startet. Schon hier lohnt es sich, kurz stehenzubleiben und die Aussicht auf die umliegende Bergwelt zu genießen. Anschließend folgst du dem gut beschilderten Silberpfad und tauchst schon bald in den Wald ein.
Der erste kleine Stopp ist ein Wasserrad, bevor es weitergeht vorbei am historischen Sägewerk und durch den Kirchliwald in Richtung Kristbergsattel. Besonders schön finde ich, dass die Wanderung nicht einfach nur eine Strecke von A nach B ist.
Entlang des Weges gibt es immer wieder etwas zu entdecken und über die Geschichte des Silberbergbaus zu erfahren, denn der Kristberg war schließlich schon vor Jahrhunderten ein bedeutendes Bergbaugebiet!
Nun passierst du die Silbertaler Waldschule und gelangst zur St. Agatha Bergknappenkapelle, die eng mit der Geschichte der Bergknappen verbunden ist und noch einmal verdeutlicht, wie wichtig der Bergbau für das Leben der Menschen im Montafon früher war.
Im Anschluss führt der Weg weiter zum Panoramagasthof Kristberg. Für Familien bietet er mit der Silberspielwelt unterhalb einen spannenden Anlaufpunkt, der auch bei kleinen Wanderern keine Langeweile aufkommt lässt. Von hier sind es nur noch wenige Schritte zurück zur Bergstation der Kristbergbahn. Insgesamt ist der Silberpfad mit rund 2,6 Kilometern und etwa 100 Höhenmetern eine angenehm kurze Runde, die sich wunderbar für einen entspannten Ausflug eignet.











Einkehr in der Knappastoba
Nach der kleinen Runde auf dem Silberpfad lohnt sich eine Einkehr in der urigen Knappastoba. Die rustikale Stube passt mit ihrem traditionellen Charme stilecht zum Kristberg und zur Geschichte des Bergbaus. Hier kannst du es dir bei einer regionalen Stärkung gutgehen lassen und dabei die behagliche Atmosphäre genießen. Der Kaiserschmarrn ist definitiv ein sehr gute Wahl – vor allem auf der sonnigen Terrasse mit fantastischem Blick!


Montafon Wandern: Auf den Spuren der Montafoner Alpkultur
Eine ganz andere Seite des Montafons lernst du bei der Gauertaler AlpkulTour kennen. An insgesamt 13 Standorten begegnest du originellen Objekten des Montafoner Künstlers Roland Haas, wobei jedes einem anderen Bereich der Montafoner Kulturlandschaft gewidmet ist.
Die rund 6,7 Kilometer lange Wanderung (Maisäßtour) führt durch die typische Kulturlandschaft des Gauertals und verbindet beeindruckende Bergpanoramen mit spannenden Einblicken in die traditionelle Alpwirtschaft. Besonders praktisch: Die Golmerbahn bringt dich von Vandans direkt zur Bergstation Grüneck, wo du entspannt deine Tour beginnen kannst.
Von Grüneck geht es zunächst zur Oberen Latschätzalpe und anschließend weiter über Wachters Dieja und Plazadels nach Matschwitz. Unterwegs begegnen dir immer wieder alte Maisäße, Alpgebäude und liebevoll gestaltete Stationen, die von der jahrhundertealten Bewirtschaftung der Bergwiesen erzählen.
Auch landschaftlich hat die Tour einiges zu bieten: Immer wieder öffnen sich traumhafte Aussichten auf die umliegenden Berge, während der Weg durch Wiesen, Wälder und die typische Montafoner Kulturlandschaft führt.
Lass den Blick bei dem großen roten Pfeil unbedingt über die umliegenden Wiesen schweifen, denn hier haben wir niedliche Murmeltiere entdeckt!
Nach etwa zwei Stunden erreichst du Matschwitz, wo die Golmerbahn wieder die Möglichkeit bietet, bequem ins Tal zurückzufahren, wenn du nicht zuvor im Haus Matschwitz eine Stärkung zu dir nehmen möchtest. Mit rund 184 Höhenmetern bergauf und 567 Höhenmetern bergab ist die Wanderung insgesamt mühelos zu bewältigen.













Alpine-Coaster Golm: Mit Vollgas zurück ins Tal
Als begeisternde Alternative mit der Bergbahn wieder hinunter ins Tal zu fahren, lockt an der Zwischenstation in Latschau ein spannendes, temporeiches Highlight: 2.600 Meter, 44 Pumps, ein 360° Kreisel und 15 wilde 180°-Kehren. Auf der Strecke des Alpine-Coasters Golm geht es mit einem Schlitten rasant bergab.
Mit bis zu 40 km/h bist du auf der Allwetterrodelbahn nach Vadans unterwegs, kannst aber natürlich dein ganz individuelles Tempo wählen. Wenn du es gemütlicher angehen möchtest, bremse etwas ab, suchst du aber einen Adrenalinkick, lass den Schlitten laufen und spüre, wie ein unvergleichliches Kribbeln deinen Körper durchströmt!
Mit dem Alpine-Coaster wird aus dem Abstieg ins Tal ein wahres Abenteuer. Für mich war diese Fahrt ein spektakulärer Abschluss der Gauertaler AlpkulTour: Erst gelassen durch die Montafoner Berglandschaft wandern und anschließend mit viel Fahrtwind hinuntersausen. Dieses berauschende Erlebnis solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen! Tickets erhältst du online oder am Schalter in Latschau. Die Fahrt für einen Erwachsenen kostet 18,50 Euro.



Wandern auf dem Seetalweg: Bergseen, Murmeltiere und Steinböcke
Für diese Wanderung geht es hoch hinaus: Von Schruns befördert dich zunächst die Hochjoch Bahn und anschließend die Sennigrat Bahn in die Bergwelt der Silvretta Montafon. Schon die Auffahrt ist faszinierend, denn mit jedem Höhenmeter verändert sich die Landschaft. Die Stauseen schimmern türkis in der Sonne, und du dringst immer tiefer in die alpine Bergwelt des Hochjochs ein.
An der Bergstation Sennigrat beginnt die Wanderung auf dem Seetalweg und schon nach kurzer Zeit bemerken wir: Heute sind wir nicht allein unterwegs. Immer wieder hören wir die typischen Pfiffe der Murmeltiere. Erst ist weit und breit keines zu sehen, doch dann entdecken wir plötzlich eines zwischen den Felsen. Kurz darauf wieder dieses Pfeifen von der anderen Seite. Halte also unbedingt beim Aufstieg zum Stausee Ausschau nach den putzigen Erdhörnchen.
Auch über eine Gämse dürfen wir uns freuen, doch später, oben am kargen Berghang beim Schwarzsee, erkennen wir sogar sechs Steinböcke mit ihren imposanten Geweihen entspannt zwischen den Felsen liegend.
Wir stehen ganz still und beobachten sie staunend – ein besonderer Glücksmoment, vor allem, weil ich diese Tiere bisher nur aus Büchern kannte!
Und dann liegen zwei Bergseen ruhig und malerisch inmitten der kargen Berglandschaft und wecken unsere Begeisterung: der Schwarzsee und der Herzsee. Immer wieder bleiben wir stehen. Die umliegenden Berge und die vorbeiziehenden Wolken spiegeln sich im Wasser und malen eine betörende Szenerie, von der wir uns nur schwer trennen können. Beim Seetalhüsli kannst du in der warmen Jahreszeit übrigens ein SUP ausleihen und damit auf dem See paddeln – richtig cool!











Einkehr in der Wormser Hütte & Rückkehr ins Tal
Ein weiterer Höhepunkt der Tour ist die Wormser Hütte, die sich für eine erholsame Pause mit frischem, leckeren Apfelstrudel anbietet, bevor dich nach einem kurzen Weg der Sessellift hinunter zur Bergstation Sennigrat bringt. Dieses kurze Stück kannst du natürlich auch zu Fuß zurücklegen.
Für die 5,4 km lange Tour benötigten wir knapp 3 Stunden, wobei die gut 500 Höhenmeter bergauf am Ende ziemlich kräftezehrend waren. Wenn du den Weg in die andere Richtung gehst (zuerst zur Wormser Hütte), sind es nur gut 80 Meter hoch. Für mich dennoch die schönste, erlebnisreichste Wanderung im Montafon, die ich dort bisher unternommen habe!



Die Montafonerin: Genuss und Gemütlichkeit in Schruns
Übernachtet haben wir im familiären, liebevoll eingerichteten Hotel Die Montafonerin in Schruns, der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen im Montafon. Unser geräumiges, behagliches Zimmer im Dachgeschoss bot einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge und im Dunkeln verwandelte sich die Decke über dem Bett in einen funkelnden Sternenhimmel. Hier kann man einfach nur herrlich schlafen und erholt aufwachen!
Wunderbar entspannen lässt es sich im kleinen, aber hübschen Wellnessbereich der Montafonerin. Ein Pool lädt zum Planschen ein, Sauna und Ruheraum lockern beanspruchte Muskeln und du tankst neue Energie. Bei sonnigem Wetter kannst du im Garten auf einer Liege wohliges Nichtstun genießen.
Das Frühstücksbuffet ist fein, abwechslungsreich und verführt mit vielen leckeren Dingen, die den Start in einen Wandertag gleich noch ein bisschen freudiger machen. Die Verwöhnpension beinhaltet nachmittags eine Jause und abends ein 4-Gänge-Menü mit frischem Salatbuffet. Den Hauptgang kannst du gegen einen Aufpreis mit einem Gericht vom à-la-carte-Menü tauschen. Wir wählten eine echte Montafoner Spezialität: Montafoner Keesknöpfli. Herzhaft, käsig und genau das Richtige nach einem langen Tag in den Bergen.
Eine besonders kreative Variante ließen wir uns auch nicht entgehen: den Keesknöpfli-Burger. Eine ziemlich ungewöhnliche Kombination, die aber richtig lecker war und für mich ein gelungenes Beispiel dafür, wie traditionelle regionale Küche neu interpretiert werden kann.










Ich hoffe ich konnte dir in diesem Beitrag zeigen, wie traumhaft im Montafon Wandern ist. Die Wege sind wirklich sehr abwechslungsreich. Da ist für jeden ist etwas dabei. Und am Ende bleibt immer noch eine gemütliche Einkehr mit Kaiserschmarren und Kässpätzle bei grandioser Aussicht auf die umliegende Bergwelt!
Warst du schon einmal hier oder hast du noch einen persönlichen Lieblingsplatz, eine Wanderung oder einen besonderen Tipp, den ich bei meinem nächsten Besuch unbedingt entdecken sollte? Dann schreib mir das gerne in die Kommentare hier auf unserem Reiseblog.
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*Dieser Artikel entstand im Rahmen einer bezahlten Zusammenarbeit mit Vorarlberg Tourismus. Bei der Umsetzung des journalistischen Inhalts war ich jedoch vollkommen frei und meine Meinung ist wie immer meine eigene. Im Beitrag gibt es Werbelinks. Buchst oder kaufst du etwas über diese, bekommen wir eine anteilige Provision. Der Gesamtbetrag ändert sich dadurch für dich nicht. Danke dir!





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