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Schwarzwald Sehenswürdigkeiten: idyllische Kleinstadtperlen, beeindruckende Aussichten und herrliche Aktivitäten in der Natur

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Pittoreske Fachwerkhäuser, malerische Altstadtgassen und vielfältige Möglichkeiten aktiv zu sein inmitten ursprünglicher, dicht bewaldeter Hügel – der Schwarzwald ist eine besonders zauberhafte Region Deutschlands. Ob in der Stadt oder in der Natur, hier erwarten dich vielseitige Schwarzwald Sehenswürdigkeiten, die dich überaus begeistern, immer wieder aufs Neue überraschen und entschleunigen. Denn die Kleinstädte hier erzählen spannende Geschichten, die Wege für Sightseeing sind angenehm kurz und die Naturlandschaften im Umkreis herrlich idyllisch.

Welche Kleinstadtperlen, Aussichtspunkte und Wanderungen du im nördlichen und mittleren Schwarzwald nicht versäumen solltest, liest du im Folgenden. Auch Tipps für Cafés, Restaurants und gemütliche Unterkünfte für deinen Urlaub in diesem Teil Baden-Württembergs habe ich von meiner Reise mitgebracht.  

Schwarzwald Sehenswürdigkeiten: die romantische Fachwerkstadt Calw

Die erste Kleinstadtperle meiner Reise hat mich auf Anhieb verzückt, denn meine Definition von malerisch erfüllt sie zu 100 Prozent. Das mag auch an meiner Begeisterung für Fachwerkhäuser liegen. Und von diesen gibt es in Calw, als eine der bedeutendsten Fachwerkstädte Baden-Württembergs, viele. Über 200 denkmalgeschützte Gebäude aus dem 17. Jahrhundert kannst du hier bestaunen. Neben diesen barocken Häusern erfüllt Calw aber noch weitere Kriterien, die sie so malerisch machen und besonders reizvoll sind: verwinkelte Gassen, in denen man sich verlieren kann und ein beruhigender Fluss, der die Stadt durchzieht.

Calw liegt im Nördlichen Schwarzwald, eingebettet in das idyllische Nagoldtal. Rund 23.000 Einwohner zählt die Stadt, wovon 4.500 in der Innenstadt leben. Schon der berühmte Dichter und Schriftsteller Hermann Hesse schwärmte von seiner Geburtsstadt in den höchsten Tönen, deren Herz der 220 Meter lange Marktplatz darstellt. Samstags findet hier der Wochenmarkt statt. Einen tollen Ausblick genießt du vom „Langen“, dem Stadtturm, den du für 2 Euro besteigen kannst. Vorbei an beklemmenden Zellen des ehemaligen Gefängnisses erreichst du im obersten Stockwerk die frühere Nachtwächterwohnung. 

Das Wahrzeichen von Calw ist die gotische Nikolauskapelle auf der gleichnamigen Brücke. Sie zieren zwei Steinfiguren, einen Tuchmacher und einen Flößer, beides Berufe, die früher die Stadt auszeichneten. Daneben triffst du auf eine Statue von Hermann Hesse, der hier lässig mit einem Hut in der Hand Richtung Kapelle blickt. Von hier geht es entlang der Metzgergasse hoch zum Georgenäum, das früher einen Hörsaal und eine öffentliche Bibliothek beherbergte. Heute proben in dieser historischen Bildungsstätte die Aurelius Sängerknaben für ihre Konzerte. Auf der linken Seite sind immer wieder Teile der mittelalterlichen Stadtmauer erkennbar, die nun als Fundament für einige Häuser dienen. In dem auffallenden gelben Haus in der Salzgasse, die nächste Gasse rechts, handelte Calw früher mit Salz, dem „weißen Gold“, einem weiteren bedeutenden Wirtschaftsfaktor der Stadt. 

Entspannende Spaziergänge & Wanderungen vom Stadtzentrum Calw

Auch wenn es schwer fällt, die hübsche Altstadt hinter sich zu lassen, eine kleine Auszeit in der Natur lässt den Geist wunderbar zur Ruhe kommen. Rund um Calw bietet ein ausgedehntes Wandernetz unzählige Möglichkeiten, den Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord zu erleben. Ein besonders schöner Weg ist der „Wasser-, Wald- und Wiesenpfad“, der als erster von inzwischen 46 „Schwarzwälder Genießerpfaden“ und „Premiumwegen“ im Landkreis Calw zertifiziert wurde. Startpunkt ist der Stadtpark von Calw, wo du zunächst ein Stück entlang des Hermann Hesse-Wegs läufst, dessen Beginn am Hermann Hesse-Museum ist.

Informative Tafeln ermöglichen es, auf den Spuren des Literaturnobelpreisträgers zu wandeln. Über 14 Kilometer verläuft die Route durch üppige Wälder mit naturnahen Waldpfaden, entlang friedlich plätschernder Bäche und idyllischer Streuobstwiesen. Weitere Highlights auf dieser Wanderung sind unter anderem der Gimpelstein, eine mächtige Felsgruppe hoch über Calw, oder das Schafott, wo 1818 die letzte Hinrichtung  stattfand. Du kannst aber auch an verschiedenen Stellen abkürzen, denn viele Wege führen zurück nach Calw.

Panoramaweg und Sonnenuntergangsträume

Auf dem Rückweg bietet sich noch ein kleiner Abstecher auf den Panoramaweg an. Dieser Weg ist insgesamt nur zwei Kilometer lang, gerade auf den ersten Metern geben Lücken zwischen den Büschen und Bäumen jedoch immer wieder einen lohnenswerten, herrlichen Blick auf die Stadt und das Tal frei.

Ein außergewöhnlicher Ort für den Sonnenuntergang ist der Aussichtspunkt AugenBlick Calw in Holzbronn, mit dem Auto circa 15 Minuten von Calw entfernt. Inmitten von Getreide- und Maisfeldern informiert eine Tafel über die umliegenden Hügel. Hier kannst du einen sonnigen Tag, am besten bei einem mitgebrachten Picknick, romantisch und verträumt ausklingen lassen.

Reise in die Vergangenheit in den Klosterruinen von Hirsau

Nur vier Kilometer von Calw entfernt befindet sich der kleine Ort Hirsau. Seit 1975 zählt er zur Großen Kreisstadt Calw und ist weithin bekannt für seine beeindruckenden Klosterruinen. Der Bau des ehemaligen Benediktinerklosters St. Peter und Paul begann bereits im Jahr 1.082 und schon bald galt die Abtei als eines der wichtigsten Klöster Deutschlands. 1692 wurde es jedoch bei Gefechten mit französischen Truppen teilweise schwer zerstört und daraufhin als Steinbruch freigegeben. So kam es, dass viele Leute aus der Gegend sich hier Steine für den Bau ihrer Häuser holten. Der Eingang der Metzgerei Blum in Calw stammt beispielsweise von dort.

100 bis 150 Mönche lebten früher in diesem Kloster. Heute ist in den bestehenden Gebäuden unter anderem das Finanzamt untergebracht. Blickst du vom Eulenturm über die Säulenbasilika zum Jagdschloss, zeigt sich, dass auf dem weitläufigen Gelände drei Epochen aufeinander treffen: Romanik, Gotik und Renaissance. Besonders beeindruckend finde ich die Überreste des Jagdschlosses sowie der ehemaligen Küche, die sich davor neben dem Kreuzgang befand.

In geradezu magischem Licht erstrahlen die Ruinen zum Sonnenuntergang. Vielleicht kannst du dann sogar, wenn du die Augen schließt, die Mönche durch den gotischen Kreuzgang wandeln oder die Töpfe in der Küche brodeln sehen. 

Falls du mehr über die Geschichte des Klosters und seine wichtige Bedeutung hinsichtlich benediktinischer Reformen erfahren willst, besuche das Klostermuseum in der ehemaligen Klosterherberge. Direkt nebenan befindet sich die Aureliuskirche, in der heute noch Hochzeiten, Konzerte und ähnliche Veranstaltungen stattfinden. Auch die Klosterruinen sind im Sommer Schauplatz für ein Openair-Kulturfestival, das jedes Jahr viele Besucher anlockt. 

Wandere durch Schluchten und idyllische Natur rund um Hirsau

Die Besichtigung der Ruinen lässt sich wunderbar mit einer Wanderung verbinden. Startpunkt ist der Bahnhof in Hirsau oder alternativ der Parkplatz beim Kloster (am Wochenende schnellbesetzt). Von hier geht es der blauen Raute folgend am Klostermuseum und der Klosteranlage St. Peter und Paul vorbei. Das erste Ziel ist die Wolfsschlucht, wo ursprüngliche Natur ihre raue Seite zeigt. Vorbei an üppig mit Moos bewachsenen Steinen bahnt sich der Brombach wild und romantisch zugleich seinen Weg durch die Schlucht. Da das Gelände hier fast alpin ist, empfehle ich dir, unbedingt Wanderschuhe zu tragen. Nachdem du die Schlucht hinter dir gelassen hast, geht es weiter zur Fuchsklinge, wo der Tälebach sanft in seinem Bett plätschert. Am Ende verläuft der Weg noch ein Stück an einer wenig befahrenen Straße entlang, bis du wieder den Parkplatz erreichst. 

Insgesamt eine sehr schöne Runde, die mit knapp 10 km und 250 hm gut machbar ist. Die genaue Route kannst du zum Beispiel bei outdooractive nachlesen. 

Café, Restaurant und Hotel Tipps für Calw

In den Crêpe-Himmel katapultieren dich die süßen und salzigen Kreationen im Sweet Moments. Ob mit Nutella, Raffaello, Kinder Bueno, Beeren oder am liebsten mit allem, hier werden süße Gelüste auf köstlichste Weise befriedigt. Schwäbische, gutbürgerliche Gerichte stehen im Restaurant Rössle auf der Karte, wo ich einen äußerst leckeren Salat mit gebratenen Maultaschen genoss.

Das älteste Hotel und Restaurant in Calw, das Rössle, existiert bereits seit 1876 und befindet sich seitdem in Familienbesitz. Es liegt direkt im Zentrum, folglich ideal für deine Stadterkundung, und bietet Zimmer zum Wohlfühlen, so auch mein Zimmer Gerbersau (wie Hermann Hesse Calw in seinen Büchern nannte) mit Fachwerkbalken und ausgesprochen gemütlichem Flair. 

In Hirsau verbrachte ich eine Nacht im Hotel Kloster Hirsau, in dessen Restaurant du auch als externer Gast zu jeder Tageszeit deinen Gaumen verwöhnen lassen kannst, bei schönem Wetter gern auch auf der großen, sonnigen Terrasse.

Schwarzwald Sehenswürdigkeiten: der größte Marktplatz Deutschlands in Freudenstadt

Die zweite Kleinstadtperle, die ich dir gern vorstellen möchte, ist Freudenstadt. Bekannt ist sie vor allem wegen ihres größten umbauten Marktplatzes Deutschlands, der mit 47.000 Quadratmetern von riesigem Ausmaß ist und zu einem Bummel einlädt. Freudenstadt wurde im Renaissance Stil mit einem mühlebrettartigen Grundriss im Auftrag von Herzog Friedrich I. erbaut. Eigentlich sollte es seine neue Residenzstadt werden, da er Stuttgart verlassen wollte. Doch er verstarb zu früh und das Schloss, das eigentlich auf dem Markplatz thronen sollte, wurde nie errichtet. 1945 wurde Freudenstadt zu 90 Prozent von den Alliierten zerstört, jedoch innerhalb von sechs Jahren wieder aufgebaut. Diesen Wiederaufbau symbolisiert schräg gegenüber der Touristeninfo die bronzene Venus Statue.

Ein Anziehungspunkt des Marktplatzes, vor allem im Sommer, sind die 50 Wasserfontänen des größten Fontänenbrunnens in Europa. Ein paar Meter weiter zieht die markante Stadtkirche als Wahrzeichen von Freudenstadt alle Blicke auf sich. Sie ist eine von fünf Winkelhakenkirchen in Deutschland, jedoch die einzige mit zwei Türmen. Täglich um 12 und 17 Uhr ertönt hier ein klangvolles, hörenswertes Glockenspiel. Spannende Relikte des mittelalterlichen Markttreibens entdeckst du bei genauem Hinsehen neben dem Kircheneingang: eine Elle zum Abmessen von Stoffen etc. sowie zwei Sockel, auf denen die Händler ihre schweren Rucksäcke abstellen konnten. Heute findet hier immer noch samstags ein bunter, vielbesuchter Wochenmarkt statt.

Bei einem Bummel durch die Stadt kommst du sicher auch am reich verzierten Schwarzwald-Brunnen vorbei, den zahlreiche Motive aus der Region schmücken. Für den schönsten Blick über den oberen Marktplatz, die Innenstadt und den nahen Schwarzwald besteige kostenlos den Rathaus Turm mit seinen 127 Stufen.

Fahre mit dem Freudenstädter Bähnle auf den Kienberg

Der Kienberg ist der Hausberg Freudenstadts. Um das autofreie Gebiet auf 800 Metern zu erreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: zu Fuß (circa 1,5 km vom Zentrum), mit dem Freudenstädter Bähnle oder mit dem Auto bis zu einem der Parkplätze wie zum Beispiel am Waldcafé Teuchelwald. Ich entscheide mich für den Hinweg mit dem Bähnle, dessen Haltestelle sich am Marktplatz vor der Stadtkirche befindet. Die circa 15-minütige Fahrt mit Ausstieg am Kienberg kostet 4,50 für Erwachsene. 

Am Kienberg angekommen, führen viele wundervolle Wander- und Radwege rund um Freudenstadt. Ein Muss ist jedoch die Besteigung des Friedrichsturms, der einen großartigen Ausblick über die Stadt und die umliegende Natur bietet. Auf dem Weg dorthin passierst du bereits einige Rosenbeete, die einen fantastischen Duft verströmen. Sie sind Teil des höchstgelegensten Rosenwegs in Deutschland. Behaglich entspannen kannst du auf einer ländlichen Wiese mit bequemen Wellnessliegen. Nicht weit von hier befindet sich auch die Großvatertanne, die mächtigste Tanne des Schwarzwalds. Für eine Rast und Einkehr bieten sich das nette Friedrichs am Kienberg oder das erwähnte Waldcafé an.

Mein absoluter Lieblingsplatz neben der Ellbachseeplattform ist die Berghütte Lauterbad. Ich bin ein Riesenfan von urigen Hütten und den Gaumenfreuden, die mich dort stets erwarten. In der Berghütte Lauterbad kam ich sogar in den seltenen Genuss eines von mir heiß geliebten Ofenschlupfers, eine Art süßer Brotauflauf. Einfach göttlich! Aber auch die Aussicht und die Einrichtung der Hütte wecken uneingeschränkte Begeisterung. Diese traumhafte Wander- und Eventlocation, die auch das Sansibar des Schwarzwalds genannt wird, erreichst du in gut 10 Minuten vom Parkplatz beim Fritz Lauterbad (sehr cooles Hotel!). 

Wandere auf dem abwechslungsreichen Kniebiser Heimatpfad

Ein wunderbarer Rundweg, der fast eben verläuft und den ich somit allen Altersklassen sehr empfehlen kann, ist der Kniebiser Heimatpfad. Der Weg erreichte 2008 bei der Wahl „Schönster Wanderweg Deutschlands“ den dritten Platz in der Kategorie Touren. Startpunkt der circa 10 km langen Wanderung ist gegenüber dem Besucherzentrum Schwarzwaldhochstraße Freudenstadt-Kniebis. Dort erwarten motivierte Wanderer ein hölzerner Torbogen und eine detaillierte, übersichtliche Karte. Ich habe mich als erstes Ziel für den Ellbachseeblick entschieden. Entlang des Weges durch Wälder, Heide-Moor, Wiesen und das Dorf Kniebis triffst du immer wieder auf Informationstafeln über Biologie, Geschichte oder Waldbewirtschaftung und unterhaltsame Stationen, die zu einer kleinen Pause einladen. Dies kann zum Beispiel Wissenswertes über die Tanne sein oder ein Tisch mit Bank mitten auf einem Feld, wo du eine Runde „Vier gewinnt“ spielen kannst. 

Ein herrlicher Ort für eine längere Pause ist die Ellbachseeblick Aussichtsplattform. Der Blick über den See und die zahllosen Baumwipfel ist einfach atemberaubend! Besonders magisch und einzigartig ist die Stimmung hier zum Sonnenaufgang. Vom Parkplatz aus brauchst du circa eine Viertelstunde.

Wenn die Vögel mit ihrem Frühkonzert beginnen und die Sonne als roter Feuerball hinter dem Wald aufgeht, hast du diesen zauberhaften Ort für dich allein.

Tipp: Lass dich auf keinen Fall von Google Maps hierher leiten. Dann landest du nämlich mit deinem Auto, wie es mir erging, irgendwo im Nirgendwo des Waldes. Der Pfad ist großenteils ursprünglich und naturbelassen,  weshalb ich dir zu festem Schuhwerk beziehungsweise Wanderschuhen rate. 

So ein Fußmarsch macht schon ziemlich hungrig, oder? Wie willkommen und aufbauend, dass am Parkplatz schon die urige Kniebishütte mit deftiger, stärkender Hüttenkost wartet. Meine Wahl: die Knödel, die uneingeschränkt mit bayerischen oder österreichischen Knödeln mithalten können. Ach ja, falls sie dir nicht schon auf dem Hinweg aufgefallen ist, solltest du unbedingt auf dem Rückweg einen Stopp bei der einzigartigen Retro Avia Tankstelle einlegen. Eine Zeitreise in die 60er Jahre, wie cool! 

Café, Restaurant und Hotel Tipps für Freudenstadt

Wenn du eine echte Schwarzwälder Kirschtorte probieren willst, dann ist das Café Fontaine die richtige Adresse. Zum Mittag- oder Abendessen kann ich dir den Speckwirt empfehlen. Auch für Vegetarier gibt es hier leckere Alternativen, wie zum Beispiel deftige Kässpätzle. Das Restaurant im Hotel Adler ist ebenfalls ein guter Tipp für regionale und internationale Gerichte.

Übernachtet habe ich in Freudenstadt in dem modernen Hotel Adler. Es liegt ruhig, aber sehr zentral und ist damit ein idealer Ausgangspunkt für die Erkundung der Stadt oder Wanderungen in der Umgebung. Die Besitzerin und das Personal sind überaus freundlich und hilfsbereit, und das Essen kann ich dir auch als externen Gast nur empfehlen. Ein tolles Goodie ist die kostenlose Schwarzwald Plus Gästekarte, die du vom Hotel erhältst und mit der du verschiedenste Aktivitäten in der Umgebung gratis oder vergünstigt unternehmen kannst. 

Schwarzwald Sehenswürdigkeiten: die 5-Täler-Stadt Schramberg

Ich weiß, ich wiederhole mich, aber auch die dritte Kleinstadtperle meiner Schwarzwald Reise verdient das Prädikat „ über alle Maßen malerisch“. Umgeben vom größten Naturpark Deutschlands, dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, liegt die 5-Täler-Stadt Schramberg. Deinen Stadtspaziergang beginnst du am besten am Schloss Schramberg, in dem heute das Eintritt freie Stadtmuseum untergebracht ist. Hier wird auf anschauliche Weise dargestellt, wie Schramberg durch die Industrialisierung zum „kleinen Stuttgart des Schwarzwalds“ wurde. Vom Balkon bietet sich ein schöner Blick auf den Garten und Teile der Altstadt. 

Eine Industriestadt mit charmanter Atmosphäre

Nur wenige Schritte vom Stadtmuseum entfernt erinnert die alte Majolikafabrik (farbig bemalte, zinnglasierte Keramik) an vergangene Zeiten. Sie gilt als Mutter der Industrie von Schramberg. Heute sind in dem Gebäude unter anderem ein Kino und ein Café untergebracht. Auch andere ehemalige Industriegebäude wie das Szene 64 werden heute wieder genutzt zum Beispiel als Konzert- und Veranstaltungslocations. Schräg gegenüber dem Auto- und Uhrenmuseum ErfinderZeiten kannst du im VRitz sogar mittels Virtual Reality in künstliche Welten reisen. Schlenderst du entlang der Schiltach Richtung Altstadt, erreichst du automatisch die St. Maria Kirche, die eine der wertvollsten Orgeln aus dem 19. Jahrhundert beherbergt. Auf dem Hirschplatz erinnert der Hirschbrunnen, den ein Schwarzwälder Uhrenhändler ziert, an diesen prägenden Wirtschaftszweig der Stadt.

Der Brunnen auf dem Rathausplatz ist dagegen dem Gründer der Uhrenmanufaktur Junghans gewidmet, die eine tragende Rolle bei der Entwicklung der Stadt spielte. Aber weißt du, was auch aus Freudenstadt kommt? Federn, die zum Beispiel in einem versenkbaren Maßband, einer einziehbaren Hundeleine oder im automatischen Autogurt verwendet werden. Aber zurück zum Rathausplatz. Zur Faschingszeit geht es hier und in den Straßen von Schramberg hoch her. Schramberg ist eine der Fastnachtshochburgen Baden-Württembergs, die jedes Jahr Tausende von Narren und Schaulustigen anzieht. Highlights sind der Hanselsprung und Prezelsegen sowie die Schramberger Da-Bach-na-Fahrt, bei der sich 80 Narren in bunt dekorierten Zubern (ein großes, offenes Fass) möglichst trocken den Bach hinunter treiben lassen. Auch für Geologen ist Schramberg eine beliebte Destination, denn hier kommen alle 24 Gesteinsarten vor, die es in der Schwarzwaldregion gibt. 

Die legendäre Uhrenfabrik Junghans

Eine Familie hat in Schramberg besonders Geschichte geschrieben und wird unwillkürlich mit der Stadt in Verbindung gebracht: Junghans. 1861 gegründet, galt die Uhrenfabrik bereits 1903 als größte der Welt. Während anfangs Wecker hergestellt wurden, sind es nun schicke Armbanduhren. Auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Uhrenfertigung im Schwarzwald seit dem 18. Jahrhundert kannst du im Uhrenmuseum gehen. Es ist in einem der Wahrzeichen Schrambergs untergebracht, dem Terrassenbau von Philipp Jakob Manz und gilt weltweit als eines der architektonisch interessantesten Industriegebäude mit Hanglage.

„Schramberg raubt der Welt den Schlaf.“ 

Ausgestellt sind darin neben klassischen Kuckucksuhren auch Automatenuhren und beeindruckende Musikuhren. Früher waren diese Uhren tatsächlich die einzige Möglichkeit Musik zu hören. Ein  absolutes Highlight ist das funktionstüchtige Phonoliszt-Violina Geigenorchestrion von 1912, das in Kombination Klavier und Geige automatisiert zum Klingen bringt, ein über 100 Jahre alter Musikgenuss. Im angrenzenden Shop hast du die Möglichkeit, ein Souvenir von Schramberg beziehungsweise Junghans in Form einer hübschen Uhr mit nach Hause zu nehmen. 

Wanderung auf dem Schramberger Burgenpfad 

Der Schramberger Burgenpfad führt auf 12 Kilometern mit 622 Höhenmetern rund um Schamberg durch Wälder, vorbei an Wasserfällen und zwei Burgruinen. Startpunkt des Premiumwegs ist der Rathausplatz. Wenn du vorhast, bei circa der Hälfte des Weges am Berneckstrand abzukürzen, empfehle ich dir, zunächst zur Burgruine Hohenschramberg zu wandern.

Zunächst am Felsenmeer entlang schlängelt sich dann der Genießerpfad schattig durch den Wald zur Ruine, von wo aus du auf 635 Metern einen fantastischen Blick über die Stadt und die Täler genießt. Vor allem zum Sonnenuntergang oder früh morgens ein herrliches Plätzchen, das auch mit dem Auto erreichbar ist. Ein Audioguide gibt Einblicke in die Geschichte des Ortes.

Hinter der Burg geht es weiter zu den wildromantischen Lauterbacher Wasserfällen und anschließend zur Ruine Falkenstein. Unten angekommen kannst du dich am Berneckstrand im kühlen Nass der Schiltach erfrischen. Von hier verläuft der Weg nun weiter Richtung Dreiburgenblick und der Villa Junghans samt Open-Air-Bühne, von wo du über den Park der Zeiten wieder zurück zum Rathaus gelangst. Ein überaus reizvoller, abwechslungsreicher Rundweg! Festes Schuhwerk und genügend Wasser sowie Verpflegung sind jedoch notwendig, da es auf dieser Route keine Einkehrmöglichkeiten gibt. 

Café, Restaurant und Hotel Tipps für Schramberg

Das Atelier Café vereint, wie der Name schon vermuten lässt, die kreative Strahlkraft eines Ateliers mit einem Café. Seine abgeschiedene und ruhige Lage in einer Seitengasse macht es zum idealen Ort für eine erholsame Verschnaufpause von deinem Stadtrundgang. Nett und hübsch ist es auch im Café Hirschbrunnen, wo du dich mit Kaffee, Kuchen oder einem Tagesessen stärken kannst. Die größte Maultasche, die ich je gegessen habe, und weitere schwäbische Klassiker serviert der Schraivogel. Und wenn du dann noch Lust auf ein Dessert hast, das beste Eis der Stadt – vor allem das Schokoladensorbet ist himmlisch – gibt es im Rino in der Fußgängerzone! 

Als ich das erste Mal Bilder vom Eulenhäusle sah, war ich augenblicklich schockverliebt. Genauso niedlich und lauschig habe ich mir ein Häuschen im Schwarzwald vorgestellt und als Unterkunft gewünscht! Im Ferienpark Tennenbronn, 15 Minuten von Schramberg entfernt, bietet dieses liebevoll und gemütlich eingerichtete Ferienhaus Platz für 2 bis 5 Personen. Dank der voll ausgestatteten Küche und eines Weber Holzkohlegrills bleiben auch kulinarisch keine Wünsche unerfüllt. Darüber hinaus laden in  dem heimeligen Garten zwei Liegen zu einem entspannenden Sonnenbad ein. In Tennenbronn, wo sich auch das Eulenhäusle befindet, kann ich dir den Adler empfehlen. Hier wird 100 Prozent bio, regional und saisonal gekocht und dies wirklich fein.

Wie du sicherlich merkst, bin ich ziemlich begeistert von dieser Ecke Baden-Württembergs und ich hoffe ich konnte auch dir Lust auf eine Reise dorthin machen. Oder warst du vielleicht schon einmal dort oder generell im Schwarzwald? Wo hat es dir besonders gut gefallen? Wir freuen uns sehr über deinen Kommentar auf unserem Reiseblog!


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Kloster Hirsau Sonnenuntergang

*Dieser Artikel entstand im Rahmen einer bezahlten Zusammenarbeit mit Tourismus Baden-Württemberg. Bei der Umsetzung des journalistischen Inhalts war ich jedoch vollkommen frei und meine Meinung ist wie immer meine eigene. Im Beitrag gibt es Werbelinks. Buchst oder kaufst du etwas über diese, bekommen wir eine anteilige Provision. Der Gesamtbetrag ändert sich dadurch für dich nicht. Danke dir!

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Hi, ich bin Nina. Reisen bedeutet für mich Freiheit, Glücksgefühle und unvergessliche Momente. Besonders ins Schwärmen gebracht und fasziniert haben mich bisher Island, Neuseeland, Südafrika und Bali.

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