Lieblingsmomente

Mein großes Abenteuer

26. April 2015
Vietnam

 

Das ist ein Gastbeitrag von Matthias. (Weltenstürmer)

Wenn ich zurückdenke an all die Ereignisse und Begegnungen, ist es schwer einen Lieblingsmoment herauszupicken. Denn da waren so viele und alle hatten mit Menschen zu tun. Liebenswürdige und offenherzige Menschen, die mir das unglaublich wertvolle Gefühl von Geborgenheit und Verständnis gaben.

Und deshalb entschied ich mich, einfach viele Momente zu nehmen und sie haben alle mit beneidenswert aufgeschlossenen Menschen zu tun, und genau diese beneidenswerte Aufgeschlossenheit all dieser Menschen ist es, die meine Reise erst zu dem machte, was sie war. Ein großes, schönes Abenteuer mit unglaublich vielen unvergesslichen Momenten.

Da waren Harald, der Österreicher, den ich zum Scooter-Fahren ermutigt habe, und Alfons der Schwede, mit dem ich in der Ha Long Bucht war. Da war der 29-jährige Engländer, dessen Namen ich vergessen habe, aber mit dem ich so viel zu bereden hatte, in der Nacht auf dem Boot vor Cat Ba Island.

Da war Franzi, das bayerische Mädchen, dass mich mit der typischen Lockerheit der Weltenbummler in ihre Gruppe integrierte und wo ich dann Cosmo, den langzeitreisenden Londoner kennenlernte.

Da war Gilly, der ehemalige Bodybuilder, der es auf Alk und Valium mit drei Iren aufnahm und in Hanoi Englisch unterrichtete.

Da waren Konrad und Hans, die netten Best-Ager aus Österreich, die meine Geschichten und das, was ich zu erzählen hatte, so toll fanden und für mich einen Brief in der Rezeption hinterlegten, als sie weiterzogen.

Da war der 56-jährige Japaner, Taka, der mit mir in einem Hostel in Hue ein Zimmer teilte und jeden Tag den Aktienmarkt checkte. Er hat mir sogar angeboten nächstes Jahr nach Tokio zu kommen und bei ihm zu wohnen – ein Angebot, dass ich gerne annehmen würde, hätte ich seine E-Mail-Adresse nicht verlegt.

Da waren die zwei Schweitzer, Jonas und Manuel, die mit mir in Hue und Hoi An gefeiert haben und in einem Club war diese Schwedin, die sich kühn zu mir setzte und nach nicht einmal einer Minute hatte ich sie schon im Gesicht und wir schmusten wild und hemmungslos.

Da waren die beiden Troublemaker, Knut und Tom, die sich in Thailand kennengelernt hatten und mit mir während eines Pub Crawls in Da Nang eine Riesenradgondel so dermaßen zum Schaukeln brachten, dass sie fast um sich selbst rotierte, weswegen wir von den dort arbeitenden Vietnamesen derb zusammengeschissen wurden.

Da war Phill, der ein Hostel in Hoi An betreibt, sich mit anderen liebenswerten Spinnern gerne mal als Dragqueen verkleidete und die Stadt unsicher machte, eine nie endende Party lebend, mit viel Bier, Whiskey und Unmengen an Spaß.

Und da war Jasmine, das liebenswürdige Kind des Drachens, das im Sturmflug mein Herz eroberte und der ich immer noch mit unsäglicher Sehnsucht nachweine.

Da war Zec, der gelassene Russe, der mit mir vor dem Eingang seines Pubs eine ganze Säule Orangenlikör soff und mich dann auf seinem Scooter zu meinem Hotel manövrierte, weil ich den weiten Weg nicht mehr laufen wollte.

Da war Peter, der relaxte Slowake, den ich im Bus nach Siem Reap kennenlernte, der jeden mit Hey Hausmeista! ansprach und mit dem ich in Angkor Wat einen unvergesslichen Tag verbrachte.

 

Angkor_Kambodscha

 

Da waren die Chili-Guys, wie wir sie nannten, Domingo und Roberto aus Chile, die mit mir unfassbare Exzesse feierten, wobei Domingo wegen meiner Übermut von einer Kambodschanerin mitten auf einem überfüllten Dancefloor den kompletten Inhalt eines Bucket ins Gesicht geklatscht bekam – Mann, wie wir uns weggebeamt haben vor Lachen!

Und da war das süße Kambodscha-Girl, mit der ich spät nachts in einer Seitengasse der Pub Street lag, während wir weltentrückte Küsse tauschten und uns die wildesten Anekdoten über unser doch so zügelloses Feiern flüsterten.

Da war Matt, der bloggende Jobseeker aus Kanada und Chris, der abstinente Kosmopolit, der mir viele interessante Sachen über die Zukunft erzählte und mir mit grandioser Schwärmerei eine Bitcoin Wallet einrichtete und dann Coins im Wert von ca. 5$ schenkte – schade, dass ich das Passwort vergessen habe.

Da war Muki, der indische Metalhead und Gayden, der rockige Cali-Boy auf Koh Rong, mit denen ich nachts barfuß in den Dschungel gelaufen bin, dünnen rumartigen Whiskey getrunken habe und dann unter hell strahlenden Sternen auf dem Strand, im heimeligen Lagerfeuerschein, das Leben und die Schöpfung feierte, bis wir todmüde niedersackten und einschliefen.

 

Vietnam_Strand

 

Da war die lebensfrohe Pat, die ich, sobald ich sie sah, gleich ins Herz schloss und die arme Mai, die so gerne nach Japan wollte, aber nicht wegkam aus ihrem eintönigen Alltagstrott – eine Situation, die ich absolut nachempfinden kann.

Und da waren Rocky und Dale, die breit grinsenden Kiffer aus den States, die Happy Pizza und Hash Brownies zu ihren Lieblingsspeisen zählten und so großen Spaß hatten mit dem Zeug und meinem Humor.

Da war Ciara, die charismatische Studentin aus England, mit der ich gleich eine mir magisch erscheinende Verbindung hatte und die mir innige Gespräche schenkte, während alle anderen um uns im Delirium lagen. Schade, dass ich schon so früh am Morgen weiter musste, unsere Zuneigung hätte weit über eine Nacht hinausgereicht.

Da war selbstredend auch Danh, der coole Easy Rider aus Nha Trang, mit dem ich die paradiesischen Hinterlande Vietnams erkundete und drei unvergessliche Tage verbrachte – oh, wie viele himmlische Bilder er mir doch schenkte auf unserem Weg in den Süden!

Und natürlich waren da noch unzählige mehr, die ich getroffen und in Erinnerung habe, und zwischen all den Menschen waren so viele Geschichten, so viel Leben und Freiheit und verdammt viel Sympathie und Herzlichkeit, dass es manchmal gar wehtut sich daran zu erinnern.

Und wenn ich so nachdenke, über all die wundersamen Treffen mit diesen aufgeschlossenen Weggefährten, habe ich nebenbei auch einen Blick auf jene Person erhaschen können, die ich anstrebe zu sein: Offenherzig, lebhaft und mit einer kindlichen Leichtigkeit geschmückt, die mich weit raus in die Ferne trägt, zu zauberhaften Abenteuern, neuen Begegnungen und vielen vielen wundervollen Geschichten, sodass ich umso lebendiger die Schönheit der Welt betrachten kann. Ich, der Weltenstürmer, der ich bin.

 

Weltenstürmer_MadMatthias aka Weltenstürmer Mad zeigt auf seinem Blog mit zauberhaften Geschichten über Glücklichsein, Selbstfindung und allerlei Gedanken, wie er die Welt mit seinen Träumen stürmt und motiviert zugleich, es ihm gleich zu tun. Seine literarischen Texte reißen einen mit in seine Welt, die Welt eines Suchenden, eines Rastlosen, eines Weltenstürmers.

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1 Comment

  • Reply Thomas 10. August 2016 at 13:23

    Hallo MAtthias, vielen Dank erstmal für deinen schönen Gastbeitrag. Ich kann nur jeden ermutigen, es wie Matthias zu machen. Einfach mal durch die Weltgeschichte Reisen. Also traut euch :).

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