Asien, Thailand

Der Norden von Thailand – Die Hundeflüsterin von Chiang Mai

20. August 2015
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Als ich letztes Jahr meinen Aufenthalt in Chiang Mai plante, wollte ich eigentlich möglichst viel von der zweitgrößten Stadt Thailands sehen. Unzählige goldene Tempel, farbenfrohe Märkte, Trekking in den Bergen. All das wollte ich erleben, nachdem es mir in Bangkok und Krabi schon so unheimlich gut gefallen hatte.

Durch Zufall bin ich dann über eine Website gestolpert, bei der es um ein Hundehilfsprojekt ging. Eine Frau, ihr Name ist Corinna, hilft kranken und verletzten Straßenhunden wieder auf die Beine zu kommen. Und da ich ja eh sehr tier- und vor allem hundevernarrt bin, musste ich mir das auf jeden Fall genauer ansehen.

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Und was soll ich sagen, ein paar Fragen und E-Mails später stand mein Programm für Chiang Mai fest! Kein Sightseeing, keine Tempel, keine Märkte… sondern kranke Hunde pflegen!

Mitten in der Nacht kam ich völlig platt vom Flug in Chiang Mai an und wurde schon von Corinna erwartet. Gemeinsam fuhren wir zu ihrem Haus in einem ruhigen Vorort der Stadt. Bevor wir dort ankamen, warnte sie mich schon mal vor, dass circa 30 Hunde sehnsüchtig auf unsere Rückkehr warten würden. An dieser Stelle wurde mir dann schon etwas mulmig, schließlich reden wir hier ja nicht nur von braven Haushunden.

Meine anfänglichen Bedenken stellten sich jedoch als unbegründet heraus. Alle Hunde freuten sich sehr darüber, dass mal wieder jemand Neues zum Ärgern kam. Besonders einer, Alan. Aber dazu später mehr. Nur an Schlaf war dann tatsächlich noch lange nicht zu denken. Ich musste ja alle Hunde begrüßen, und versuchen, mir schon mal ein paar Namen zu merken, das Haus begutachten und ja auch letztendlich noch mein Quartier im gemütlichen Gästezimmer beziehen.

Halbwegs fit, also irgendwie hatten die Hunde früher ausgeschlafen als ich, denn ab sechs Uhr früh wurde es echt laut, und nach einem ausgiebigen Frühstück erklärte mir Corinna, welche Aufgaben ich die nächsten 10 Tage übernehmen sollte.

Die erste Tätigkeit jeden Morgen war immer die Schlafdecken der Hunde auszuschütteln und das Hundehaus zu säubern. Anschließend habe ich zusammen mit Asan, dem damaligen Hundepfleger, das Essen für die Rasselbande gekocht. Eine Mischung aus Reis mit Soße und Fleisch. Hmmm, lecker…

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Nach dem Mittagessen musste die ganze Meute mit Flohpuder eingerieben werden. Das mochten viele der Hunde aber gar nicht und manchmal war es wirklich ein Kampf. Einige der Tiere hatten ja in ihrer Vergangenheit wirklich Schlimmes erlebt, die hatten dann auch einfach Angst vor jemandem, der noch relativ fremd für sie war. Aber mit Teamwork hat es dann doch immer gut funktioniert.

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Das ist Lina. Sie wurde wohl von einem Auto angefahren und ist dadurch gelähmt. Lina ist heute ein sehr glücklicher Hund, der gerne mit anderen Artgenossen spielt, aber trotzdem sehr intensive Pflege benötigt.

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Der liebe, alte Jago. Während meines Aufenthaltes hatte er sich mit einer seltenen Blutkrankheit infiziert und wäre fast gestorben.

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Und hier haben wir Hatschi. Als Welpe wurde er schwer verletzt zu Corinna gebracht. Er wurde von einem Motorrad überrollt. Er überlebte alle schwierigen Operationen und mauserte sich zum kleinen King. Er ist zwar klein, aber bei den Hunden ist er der große Boss!

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Hero, der kleine Giftzwerg auf drei Beinen…

Ansonsten bestand meine Zeit aus ganz viel knuddeln, schmusen und streicheln. Das kennen die Hunde aus ihrem Leben auf der Straße ja so gar nicht und dementsprechend haben sie das auch sehr genossen! Fellpflege, Tierarztbesuche und Gassi gehen, bzw. offiziell „Leinentraining“ gehörten auch dazu.

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Hier bei diesem schönen Tempel bin ich immer mit den Hunden spazieren gegangen.

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Nach ein paar Tagen lernt man dann auch ganz schnell die verschiedenen Charaktere und Eigenheiten der Pfleglinge kennen. Alan zum Beispiel ließ wirklich keine Gelegenheit aus, sich von hinten an mich anzuschleichen und ins Bein zu zwicken. Nach drei Tagen hatte ich diese Taktik aber durchschaut und immer einen wachsamen Blick nach hinten. Ich hatte ja am Anfang schon erwähnt, dass Alan sich am meisten von allen über das „Frischfleisch“ gefreut hat…

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Hier haben wir den lieben Alan… meinen ganz speziellen Freund!

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Natürlich baut man auch zu einigen der Hunde eine Bindung auf, vor allem nachdem mir Corinna erzählt hatte, was manche von ihnen durchmachen mussten. Ich möchte jetzt hier nicht näher darauf eingehen, aber was manche der Tiere erlebt haben ist wirklich ganz schrecklich!

Nach diesen zehn wirklich schönen und ereignisreichen Tagen bei Corinna und den Hunden musste ich mich schweren Herzens wieder trennen, denn für mich ging die Reise weiter in meine absolute Lieblingsstadt Bangkok! Übrigens hatte ich neben meinen täglichen Aufgaben noch genug Zeit, trotzdem die Märkte, einige Tempel und sogar das bezaubernde Lichterfest zu besuchen.

Good Morning World




Ich finde das Hilfsprojekt Help for dogs Thailand eine wirklich gute Sache, die jede Unterstützung verdient, zumal Corinna die doch recht hohen Kosten für Futter, Medikamente oder Tierarztrechnungen nur durch Spenden, oder falls es nicht ausreicht, auch privat finanzieren muss. Ich bereue auf jeden Fall keine Sekunde meiner Zeit, die ich dort verbracht habe. Solltest du jetzt Interesse an näheren Informationen haben, dann schreib mir einfach oder klick auf den Link um direkt auf die offizielle Seite zu kommen!

8 Comments

  • Reply Julia23. August 2014 at 11:48

    Respekt! Eine tolle Sache und eine tolle Stadt übrigens auch ;)! Da geht mir als Hundenarr das Herz auf…

    • Reply goodmorningworld23. August 2014 at 12:00

      Hi Julia,
      ja… ich wollte das unbedingt machen! Und ich bin nicht enttäuscht worden, die Hunde geben soviel zurück… Da ist es auch nicht schlimm, dass ich das ein oder andere Mal nicht shoppen gehen konnte! ;)
      Liebe Grüße
      Melanie

  • Reply Beatrice27. August 2014 at 22:32

    Sehr coole Sache. Ich kann ja auch an keinem Hund vorbei gehen… Das wäre auch was für mich gewesen!

    • Reply goodmorningworld29. August 2014 at 15:42

      Liebe Beatrice,
      Corinna und die Hunde suchen immer wieder begeisterte Helfer! ;)
      Liebe Grüße
      Melanie

  • Reply Marieke16. Februar 2015 at 21:56

    Oh die armen, süßen Dinger! Ich bin ja echt am Überlegen ob ich meinen Chiang Mai Aufenthalt, im Mai, nicht auch dort verbringen sollte. Allerdings bin ich recht sentimental und so wie ich mich kenne könnte ich mich nicht trennen und müsste mindestens einen irgendwie mitnehmen. Und das geht nun wirklich nicht. Aber ich schau mir das Projekt auf jedenfall mal an!
    Liebe Grüße
    Marieke

    • Reply goodmorningworld16. Februar 2015 at 23:06

      Liebe Marieke,

      mir ging es doch auch nicht anders! Ich hab mich so in die Hunde verliebt, dass ich gerne alle mitgenommen hätte… :) Schau es Dir mal in Ruhe an, die Hunde würden sich sicher über Besuch von Dir freuen! :)

      LG, Melanie

  • Reply Daniel von SabbaticalBackpacking7. Mai 2015 at 12:07

    Hallo Melanie, wow tolle Geschichte und super das du dich für die kranken Tiere eingesetzt hast. Wie kamst du auf die Idee? Hast du einfach angefragt oder hat sie Jemanden gesucht der hilft? Viele Grüße von Daniel von http://sabbaticalbackpacking.com

    • Reply goodmorningworld7. Mai 2015 at 15:04

      Hey Daniel,

      dankeschön! :) Ich bin zufällig über ihre Homepage gestolpert und hab dann einfach per Mail gefragt ob ich helfen kann! :)

      Ganz liebe Grüße,
      Melanie

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